Elsass und Franche-Comté

Im Juni sind wir mit Freunden für einige Tage ins Elsass und den französischen Jura (Franche-Comté) gefahren. In Colmar wollten wir das neu-eröffnete Museum Unterlinden anschauen. Das Museum ist gross geworden und wir haben uns in den langen Gängen und grossen Sälen etwas verloren, eine konzeptuelle Einheit haben wir vermisst. Der Isenheimer Flügelaltar von Grünewald ist immer noch beeindruckend und man entdeckt stets wieder Neues. Der Raum, in dem Altar steht, war früher wohl eine Kirche, der Umbau hat nun aber jegliche Spiritualität entfernt. Auf Parkettboden und hellen, weissen Wänden wähnt man sich nicht mehr in einer Kirche, sondern eben in einem Museum. Ansonsten ist Colmar ein freundliches Städtchen, wo man sich wohl fühlt, trotz der vielen Touristen. Die elsässische Lebenskultur lässt man sich gerne gefallen.

Vom Kloster Murbach steht nur noch ein kleiner Teil der Kirche, ein Besuch lohnt sich. Bei Kintzheim befindet sich das Château de Kintzheim, in dem eine Falknerei untergebracht ist, mehr dazu weiter unten.

Auf dem Weg in den Jura haben wir in der Nähe von Ronchamp die berühmte Kirche Notre-Dame d’en Haut von Le Corbusier besucht. Die Architektur ist überzeugend, aber ist das eine Kirche? Irgendwo haben wir die Spiritualität vermisst, die Abteien von Baume-les-Messieurs und Montbenoît haben uns besser gefallen. In der Gegend von Baume-les-Messieurs kann man mehrere spektakuläre Talkessel an Berghängen (sog. Kars, frz. cirques), vergleichbar mit dem Creux du Van im schweizerischen Jura, bestaunen. Im Château der Germiney in Port-Lesney haben wir uns 2 Tage verwöhnen lassen, das phantastische Essen und den wunderbaren Park genossen. Slideshow.

In der Volerie des Aigles bei Kintzheim werden täglich Vogelschauen angeboten, was mich natürlich magisch angezogen hat. Nun habe ich immer ein gespaltenes Verhältnis zur Vorführungen von Tieren in Gefangenschaft, wie man sie eben in Zoos, Falknereien usw. zu sehen bekommt. Ich ziehe Tiere in freier Wildbahn bei Weitem vor, auch das Fotografieren um vieles schwieriger und anstrengender ist. Aber man bekommt halt die Vögel nirgendwo sonst so nahe vor die Linse und kann alle ihre Eigenschaften studieren. Die Vogelschau war schon sehr zirkusähnlich, mit spektakulären Sturzflügen und rasanten  Überflügen knapp über die Köpfe der Zuschauer hinweg. Die Kinder hatten ihren Spass daran, die Vögel ja vielleicht auch. Immerhin, im Unterschied zu den erdgebundenen Tieren können sich die Vögel frei in ihrem natürlichen Element bewegen und sie könnten, wenn sie wollten, ja einfach wegfliegen. Oder nicht? Slideshow.