Anatolien

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Anatolien ist das zentrale Hochland der Türkei, ein Hochplateau auf durchschnittlich 1000 Metern Höhe. Es ist ein dünn besiedeltes Gebiet und die Türken nützen dies aus und bauen breite Strassen. Und da man sich stets verbessern kann, wird neben der vor ein paar Jahren errichteten Strasse (Yolu) gleich eine neue gebaut. Noch breiter, noch geradliniger noch gigantischer. Die Strassen sind so breit, dass man sich leicht darauf verirrt, die Autos irren in allen möglichen Richtungen herum. Und da soviel Platz ist, kann man immer wieder mal anhalten und die landschaftlichen Schönheiten bewundern, an denen diese Gegend so reich ist.

Pamukkale, 20 km nördlich von Denizli gelegen, zieht die Touristen massenhaft an. Der weisse Kalkfelsen ist tatsächlich einzigartig bizarr. Leider hat man in der Vergangenheit zu wenig acht gegeben und vieles beschädigt, das jetzt wieder nachgebaut werden musste, mit nur teilweisem Erfolg.
Von Pamukkale nach Isparta gelangt man am besten über die südliche Höhenstrasse die an verschiedenen einsamen Seen und weites Land führt. Auf den ersten Blick karges Land, aber bei genauerem Hinsehen bemerkt man, dass grosse Teile bewirtschaftet werden. Die Märkte entlang der Hauptstrasse an denen die Bauern ihre Produkte verkaufen zeugen davon.

Isparta ist eine islamische Provinzstadt ohne touristische Infrastruktur. Das heisst nicht, dass man Fremden gegenüber feindlich eingestellt ist. Die Gastfreundschaft ist, wie überall in der Türkei, sprichwörtlich. Man versucht, jeden Wunsch zu erfüllen. Die Touristen möchten ein kohlensäurehaltiges Mineralwasser? Kein Problem, wir haben alles. Aus den Augenwinkeln bemerkt man den Jungen wegrennen und nach ein paar Minuten mit Flaschen im Arm zurückkehren, die er eben im Quartierladen eingekauft hat. Gebaut wird in der Türkei viel, Platz ist vorhanden, um die Umwelt kümmert man sich nicht so sehr.

Konya ist die Hochburg des Islams in der Türkei. Zwar sieht man mehr verschleierte  Frauen als anderswo, aber wegen der Sehenswürdigkeiten zieht es doch Touristen an, die auch Alkohol ausgeschenkt bekommen.

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30 km südlich von Konya liegt Çatal Hüyük, eine der ersten menschlichen Siedlungsstätten, die vor 9000 Jahren bereits mehrere Tausend Menschen umfasste. Ein eigenartiges Gefühl zu wissen, dass hier vor tausenden von Jahren bereits Menschen wie du und ich gesiedelt haben.

Die Strasse nach Kappadokien führt nun durch etwas hügeligeres und dichter besiedeltes Gebiet. Es wird mehr Landwirtschaft betrieben, vereinzelt gibt es auch Anzeichen von Industrie. Der Verkehr wird dichter, die Lastwagen überholen noch frecher als anderswo.

Kappadokien bietet ein einmaliges Naturschauspiel mit seinen bizarren Formen welche die Erosion aus dem Tuff herausgewaschen hat. Leider ist man nicht alleine, Touristen sind zu allen Jahreszeiten allgegenwärtig.

Ankara wurde 1923 zur Hauptstadt der Türkei erklärt, damals hatte sie 30’000 Einwohner, heute sind es mehrere Millionen. Die Stadt ist dementsprechend über alle Hügel ausgeufert. Die Luftverschmutzung ist phänomenal, der Verkehr verläuft aber gesitteter als in Istanbul. Kopftücher sieht man in dieser Beamtenstadt kaum. Wohl aber noch die Gecekondu-Siedlungen, welche die Regierung durch Neubausiedlungen ersetzen möchte. Das Staatsverständnis der Türken findet seinen Ausdruck im Atatürk-Mausoleum.

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