Erhascht

Ziellos umher wandern, beobachten, entdecken und Fotos schiessen, das habe ich schon immer gemocht. Schon seit ich fotografiere interessiert mich diese Art von Fotografie. Warum finde ich das spannend? Man nimmt sich Zeit, seine Umgebung zu betrachten oder vielmehr zu beobachten. Wie verhalten sich die Menschen in ihrer Umwelt, wie schauen sie drein, sind sie fröhlich und zuversichtlich oder verdrossen und griesgrämig? Und warum sind sie wohl in dieser oder jener Verfassung? Was haben sie erlebt, was ist vorgefallen, das sie Freude ausstrahlen oder bedrückt wirken lässt? Worüber denken sie nach, was beschäftigt sie gerade? All das geht durch meinen Kopf, wenn ich mit der Kamera umherwandere. 

Manchmal tauschen wir einen flüchtigen Blick aus und ich nehme ein Foto nach Hause, meistens aber ist die Begegnung nur einseitig, die fotografierten Personen nehmen mich nicht wahr. Zuweilen beschleicht einen dann das Gefühl, dem Gegenüber etwas weggenommen zu haben. So ist denn der Titel des Buches entstanden. Erhascht, meint plötzliches Zugreifen oder Einfangen, mit einem Sprung die Beute ergreifen, Fotografieren als Auf-Beute-Suche-Gehen. Meine Kamera erhascht gerade einen Augenblick aus dem Leben des Gegenübers.

 

Auch als Buch erhältlich bei Blurb (100 Seiten)

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